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Komplexität
 
Die Gesamtkomplexität eines aus Steuermann (bspw. Manager) und zu steuerndem Objekt (bspw. Unternehmung) bestehenden Systems entsteht in Wechselwirkung zwischen beiden (vgl. Gell-Mann, Das Quark und der Jaguar).
 
Der Komplexitätsbeitrag, der sich aus dem Anteil des Beobachters bzw. der beobachtenden Gruppe ergibt, wird im folgenden "Subjektbeitrag" (S), der des betrachteten Systems "Objektbeitrag" (O) genannt.
 
Die folgende Präsentation beschreibt die Randbedingungen, welche den Beitrag zum jeweiligen Komplexitätsanteil eines Systems verändern (zum Weiterschalten während des Präsentationsablaufs bitte "Mausklick", zum Beenden Fenster schließen).

Power Point Präsentation: Wirkungsgrößen der Komplexität
 
Manche von diesen Bedingungen sind hinreichend, andere notwendig. So kann einem System mit wenigen Elementen und einer geringen Anzahl der Wirkungsbeziehung, was unter Umständen zunächst als wenig komplex eingestuft wird, dann eine hohe Komplexität erreichen, wenn sich die Dynamik steigert und der Beobachter (oder Steuermann) nicht über ausreichend vielfältige oder leistungsfähige Strukturen zur Reaktion bzw. zur beeinflussenden Aktion verfügt.esser die aufgezeigten Einflussgrößen werden (Vernetzungsgrad, Anzahl der Elemente, Diversität), desto höher ist der Objektbeitrag zur Komplexität.
 
Ebenso vereinfacht folgt bei Anwendung der Inhalte der PowerPoint-Präsentation auf den Subjektbeitrag S: Je größer oder qualitativ besser die aufgezeigten Einflussgrößen werden, desto geringer ist der Subjektbeitrag zur Komplexität.
 
Für O < S folgt: Das System ist beherrschbar.
Für O > S folgt: Das System ist nicht zu beherrschen (vgl. Ashby, Einführung in die Kybernetik).
 
Die Komplexität des Gesamtsystems bestimmt sich damit gleichzeitig aus den Eigenschaften des Steuermanns und des zu steuernden Systems.

Ein Beispiel: Im Falle von Katastrophen steigt die Dynamik des Objektbeitrages derart an, dass die mögliche Dynamik des steuernden Systems dem nicht mehr gerecht wird. Also muss für das steuernde System geprüft werden, welche Strukturänderungen eine verbesserte Reaktionsdynamik bringen. Ebenso kann beispielsweise die Diversität des steuernden Systems zu gering sein.
 
Anlass meines hier vorgestellten Versuchs der Vereinheitlichung des Komplexitätsbegriffes war das Erkennen der unbefriedigenden Situation, dass manche Wissenschaftler einem Sandhaufen (geringe Diversität, geringer Vernetzungsgrad, hohe Dynamik im Katastrophenfall) komplexes Verhalten attestieren und andere den Komplexitätsbegriff eher aus der Diversität der beteiligten Elemente (wie in soziologischen Systemen meist gegeben), nicht so sehr aus deren Vielzahl herleiteten.
 
Manche Wissenschaftler gliedern auch die Dynamik aus dem Komplexitätsbegriff aus, was wie gezeigt jedoch nicht sinnvoll ist.
Die gezeigten Zusammenhänge können auf beliebige Systeme angewendet werden und vereinheitlichen damit einen eher geisteswissenschaftlich geprägten Komplexitätsbegriff (bspw. bzgl. Systemen aus den Sozialwissenschaften) mit dem einer eher physikalischen Weltsicht (bspw. bzgl. Systemen aus dem Bereich der Physik).
 
Der Begriff der "Komplexität" kann mit diesem Erklärungsmodell für eine große Bandbreite an Phänomenen verwendet und gewichtet werden.